[WISS. BEITRAG] Ornament, Industrie und Autonomie um 1800

Veröffentlichung des Aufsatzes „La querelle berlinoise de l’ornement au prisme de l’industrialisation naissante des arts appliqués en Allemagne“ in der Frühling 2021-Ausgabe der Zeitschrift Cahiers philosophiques (Vrin), April 2021. Auf Französisch veröffentlicht.

Ende des 18. Jahrhunderts brach in Deutschland mit der zunehmenden Industrialisierung der Bereiche Textil und Porzellan ein Streit zwischen Theoretikern und Praktikern über den Wert von Ornamenten aus: Sind sie notwendig oder überflüssig, Auslöser von Ordnung oder Unordnung, im Dienste der Vernunft oder der Phantasie? Sollen sie unterrichtet oder aus den Akademien verbannt werden? Diese normative Krise wird eine Gelegenheit sein, die als dicht oder dynamisch empfundene Grenze zwischen den schönen und den angewandten Künsten neu zu bewerten und damit einen wegweisenden Kunstgedanken einzuleiten, dessen Kern die Autonomie sein wird und in dem ästhetische und politische Anteile untrennbar erscheinen werden.

Ein Berliner KPM-Porzellanteller aus einem Dinner-Service für Prinzessin Ferdinand (1791–1798)