{"id":1222,"date":"2017-05-18T14:20:10","date_gmt":"2017-05-18T14:20:10","guid":{"rendered":"http:\/\/clarapacquet.com\/?p=1222"},"modified":"2019-06-17T14:06:36","modified_gmt":"2019-06-17T14:06:36","slug":"book-signature-et-acheve-en-soi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clarapacquet.com\/?p=1222&lang=de","title":{"rendered":"[BUCH] Signatur und \u201eIn sich selbst Vollendetes&#8221;"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h6><strong><em>Signatur und In sich selbst Vollendetes. \u00c4sthetik, Psychologie und Anthropologie im Werk von\u00a0Karl Philipp Moritz,<\/em> Dijon, Presses du r\u00e9el, 2017. In der Reihe<\/strong><strong>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.lespressesdureel.com\/ouvrage.php?id=5513&amp;menu=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00ab\u00a0\u0152uvres en socie\u0301te\u0301s\u00a0\u00bb<\/a>.<\/strong><\/h6>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2396\" data-permalink=\"http:\/\/clarapacquet.com\/?attachment_id=2396\" data-orig-file=\"http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Couverture-.jpg\" data-orig-size=\"1949,2791\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1495894048&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Couverture-\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Couverture--209x300.jpg\" data-large-file=\"http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Couverture--715x1024.jpg\" class=\"alignnone wp-image-2396\" src=\"http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Couverture--715x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"406\" height=\"581\" srcset=\"http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Couverture--715x1024.jpg 715w, http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Couverture--209x300.jpg 209w, http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Couverture--768x1100.jpg 768w, http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Couverture-.jpg 1949w\" sizes=\"auto, (max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/><\/p>\n<p>[Auf Franz\u00f6sisch ver\u00f6ffentlicht, Inhaltsverzeichnis vorhanden <a href=\"https:\/\/d-nb.info\/1149854898\/04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>]<\/p>\n<p>Anhand eines intellektuellen Portraits des deutschen Schriftstellers, Psychologen und Kunsttheoretikers Karl Philipp Moritz (1756-1793) untersucht dieser Essay das Verh\u00e4ltnis zwischen \u00c4sthetik, Psychologie und Anthropologie im 18. Jahrhundert und in den Debatten um die Kunst nach 1800.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><br \/>\nAu\u00dferhalb Deutschlands ist Karl Philipp Moritz, der bei der Herausbildung der philosophischen \u00c4sthetik im 18. Jahrhundert eine Schl\u00fcsselrolle spielte, bisher kaum bekannt. Sein eklektisches Werk verk\u00f6rpert die Pluralit\u00e4t der \u00c4sthetik, die seit ihrer Gr\u00fcndung sowohl ein Teilgebiet der Philosophie als auch eine empirische Wissenschaft, eine Theorie der Kunst sowie ein Ort der Kunstkritik und des literarischen Schreibens ist.<\/p>\n<p>Als Vorl\u00e4ufer eines p\u00e4dagogischen Verst\u00e4ndnisses der \u00e4sthetischen Erfahrung verankert Moritz die Grundfragen der \u00c4sthetik in einem Feld, das \u00fcber die Ebene der Kunst hinausgeht und psychologische sowie anthropologische Fragestellungen einschlie\u00dft. Unter seinen Zeitgenossen war er als Psychologe und Schriftsteller anerkannt. Gemeinsam mit Pockels und Maimon gr\u00fcndete er die erste Zeitschrift f\u00fcr empirische Psychologie <em>GNOTHI SAUTON oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde <\/em>(1783-1793), in der neben Forschungsbeitr\u00e4gen von Medizinern und Philosophen auch Polizeiberichte, authentische und fiktionale Autobiographien, anonyme Traumaufzeichnungen und Fragmente literarischer oder mystischer Schriften erschienen.<\/p>\n<p>Bekannt wurde Moritz durch seine kunsttheoretischen Arbeiten, besonders durch die 1786 in Rom verfasste Schrift <em>\u00dcber die bildende Nachahmung des Sch\u00f6nen<\/em>, von der auch Goethe beeinflusst wurde. Nach seiner R\u00fcckkehr aus Italien unterrichtete Moritz an der preu\u00dfischen Akademie der K\u00fcnste in Berlin als Professor f\u00fcr Theorie der sch\u00f6nen K\u00fcnste. Er pr\u00e4gte eine Generation von K\u00fcnstlern und Theoretikern \u2013 Jean Paul, Friedrich Schlegel, Friedrich Schiller und andere \u2013, f\u00fcr die in der k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit ein anthropologisch beschreibbarer Trieb oder eine Kraft (Bildungstrieb, Nachahmungstrieb, Spieltrieb) zum Ausdruck kommen.<\/p>\n<p>Das Kunstwerk ist f\u00fcr Moritz gleichzeitig ein \u201eIn sich selbst Vollendetes\u201c\u00a0 und eine Signatur, d.h. die Spur einer vergangenen Begegnung mit der nachgeahmten Form. Moritz gilt als Vertreter der Autonomie\u00e4sthetik. Seine Definition des Kunstwerkes versteht man allerdings nur, wenn man das Kunstwerk innerhalb des Spannungsfeldes situiert, das sich zwischen der Autonomie der Kunst und der Dokumentation der k\u00fcnstlerischen Geste, deren Formen nur negativ sein verm\u00f6gen, auftut.<\/p>\n<p>Kunstwerke sind Tr\u00e4ger verschiedener bildnerischer Gesten, die ein K\u00fcnstler, der die Natur nachahmt, ausgef\u00fchrt hat. Moritz nennt diesen Prozess \u201edie bildende Nachahmung\u201c, denn die Bilder der Natur, denen das Kunstwerk nachgebildet ist, stehen zu diesem in einem Bezug sowohl der \u00c4hnlichkeit als auch der Un\u00e4hnlichkeit. Aus dieser Differenz ergibt sich eine \u201epantheistische\u201c Vorstellung der \u201eNatur\u201c, sie zwingt die Zuschauer aber auch dazu, den Weg der blo\u00df kontemplativen Rezeption zu verlassen und eine \u201ebildende\u201c Beziehung zum Kunstwerk einzugehen. Moritz\u2019 Verdienst liegt darin, mittels einer dynamischen Definition des Kunstwerkes die Theorien des k\u00fcnstlerischen Schaffens und Rezipierens verbunden zu haben: Der K\u00fcnstler ist ein Zuschauer der Natur, der Zuschauer wiederum ein K\u00fcnstler, der seine eigene Beziehung zum Kunstwerk \u201eschafft\u201c.<\/p>\n<p>Mit Moritz erlangt das Kunstwerk zum ersten Mal in der Geschichte der Kunsttheorie den Status eines radikal autonomen Objekts. Dennoch bleibt sein K\u00f6rper fragmentarisch: Solange es nur mit der Spur einer vergangenen sch\u00f6pferischen Geste assoziiert wird, deren Sein nur ein aktives, gegenw\u00e4rtiges sein kann, erscheint das Kunstwerk unvollendet. Somit legt Moritz den Grundstein f\u00fcr die bis heute offene Debatte \u00fcber die Frage, in welchem Verh\u00e4ltnis Geschichte und unmittelbare Erfahrung in der Kunst stehen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Signatur und In sich selbst Vollendetes. \u00c4sthetik, Psychologie und Anthropologie im Werk von\u00a0Karl Philipp Moritz, Dijon, Presses du r\u00e9el, 2017. In der Reihe\u00a0\u00ab\u00a0\u0152uvres en socie\u0301te\u0301s\u00a0\u00bb. [Auf Franz\u00f6sisch ver\u00f6ffentlicht, Inhaltsverzeichnis vorhanden&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":826,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":true,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[159,167],"tags":[215,241,381,251],"class_list":["post-1222","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bucher","category-publikationen","tag-asthetik","tag-karl-philipp-moritz-de","tag-mystik","tag-ornament-de"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"http:\/\/clarapacquet.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/moritz_portfolio-1.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7PUdz-jI","jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1222"}],"version-history":[{"count":27,"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1222\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4049,"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1222\/revisions\/4049"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/826"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/clarapacquet.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}